Was ist das Problem?
Am 01.04.2026 wurden alle psychotherapeutischen Leistungen um 4,5 % abgesenkt. Darüber hinaus gibt es weitere massive Sparvorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Finanzkommission. Das Nachsehen werden auch Patient*innen (oder die, die es gerne werden wollen) haben. Warum? Viele Praxen können bei Vollauslastung nicht einfach 4,5 % mehr arbeiten. Werden die Leistungen noch weiter gekürzt, werden viele Psychotherapeut*innen es sich schlicht nicht mehr leisten können Kassenpatient*innen zu versorgen. Die Lage wird sich weiter dadurch verschärfen, dass nach einer Neuerung der psychotherapeutischen Weiterbildung deren Finanzierung weiterhin ungeklärt ist. In der Folge finden aktuell deutlich weniger Weiterbildungen statt, wodurch dringend benötigter Nachwuchs ausbleibt. Gleichzeitig wird ein ohnehin anspruchsvoller Beruf durch die zunehmende finanzielle Unattraktivität weiter entwertet – mit der Konsequenz, dass sich viele potenzielle Therapeut*innen gegen diesen Berufsweg entscheiden oder in andere Tätigkeitsfelder abwandern.
Die Folgen: Die Hürden, einen Therapieplatz zu bekommen, steigen weiter, die Wartezeiten werden länger, akute Krisen können schlechter aufgefangen werden, bestehende Behandlungen werden seltener oder kürzer, und insbesondere vulnerable Patient*innen erhalten deutlich erschwert Zugang zu notwendiger Versorgung.
Das gefällt Ihnen nicht? Mir auch nicht! Bitte unterstützen Sie unseren Protest gegen die Kürzungen!
Hintergrundinformationen gibt es u.a. auf dem Instagram Kanal des Aktionsbündnisses Psychotherapie, von der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Petition auf Change.org
Unterschriften hier helfen, mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren und den politischen Druck zu erhöhen: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Bundestagspetition
Diese befindet sich gerade noch in der Vorbereitung. Vorteil gegenüber Change.org: ab 50.000 Unterschriften muss die Petition im Petitionsausschuss beraten werden. Link folgt.
E-Mail Vorlage zum Protest
Betreff: Abwertung der Psychotherapie ab April 2026
Guten Tag,
die geplante Abwertung der ambulanten Psychotherapie um 4,5% ab April 2026 ist angesichts der monatelangen Wartezeiten für Patient*innen schwer nachvollziehbar.
Psychische Erkrankungen verursachen jährlich über 130 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Schaden, während ambulante Psychotherapie nur etwa 4-5 Milliarden Euro kostet.
Studien zeigen zudem, dass jeder investierte Euro zwei bis vier Euro an Folgekosten einspart.
Deshalb hoffe ich auf Ihre Unterstützung. Setzen Sie sich für eine Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ein. Und für eine Rücknahme der stattfindenden Abwertung psychotherapeutischer Leistungen.
Ich warte seit XXX Monaten auf einen Therapieplatz.
Mit freundlichen Grüßen
Wohin damit?
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) poststelle@bmg.bund.de
GKV-Spitzenverband kontakt@gkv-spitzenverband.de
Mitglieder im Gesundheitsausschuss https://www.bundestag.de/ausschuesse/gesundheit
Hier finde ihr eure Abgeordneten für euren Wahlkreis: https://www.bundestag.de/abgeordnete
Weitere Ideen:
Krankenkassen
Nachrichtenseiten/-sender
Podcasts
usw.
Hinweis:
Setze die Empfänger nicht alle in ein sichtbares „An:“-Feld. Schicke entweder Einzelmails oder setze die weiteren Adressaten in BCC, damit es nicht wie eine Massenmail wirkt. Ein persönlicher Betreff wie „Dringend: Versorgungsnotstand in [Dein Ort/Wahlkreis] durch Honorarkürzung zum 01.04.“ hilft, nicht im Spam-Ordner zu landen.
Vorlagentexte entstammen der Protestbewegung von Psychotherapeut*innen angesichts der Kürzungen.
Quiz zu den Hintergründen
Die Zahl der Krankheitstage durch psychische Beschwerden explodieren. Psychische Erkrankungen sind der häuftigste Grund für Frühberentungen. Und nun haben die Krankenkassen Kürzungen bei ambulanten Psychotherapien durchgesetzt. Daher demonstrieren wir! Mach das Quiz, lerne mehr über die Hintergründe, wieso wir Psychotherapeut*innen #therapissed sind!
Stellungnahme des Aktionsbündnisses Psychotherapie
Psychotherapeut*innen verdienen 190.000 € im Jahr und andere Aprilscherze…
